Donnerstag, 6. März 2008

Über das schwierige Leben der Wissenschaftsblogger: "Weiter klicken bei Ordovizium"

Die "Nöte" der Wissenschaftsblogger
"Weiter klicken bei Ordovizium" so tituliert Björn Kröger in seinem Blog "Tiefes Leben" bei Scienceblogs seinen aktuellen Beitrag und beschreibt auf sympathische Weise, welche "Nöte" Wissenschaftsblogger erleben, wenn sie versuchen einer bunt gemischten Leserschaft mit unterschiedlichen Wissenshintergründen "Spezialitäten" des eigenen Wissenschaftsgebietes nahe zu bringen.

Auf der Suche nach dem Sinn des Bloggens
Das noch relativ junge Genre des "Wissenschaftsbloggings" - welches bislang "ehrenamtlich" und weitgehend "unentgeltlich" von Wissenschaftlern betrieben wird, scheint in der Problematik der Sinnsuche regelrecht gefangen.

Ursprünge
Viele begannen das Bloggen um ihre Gedanken zu ordnen, oder sich mit anderen Interessenten oder Wissenschaftlern auszutauschen.

Die "schweigenden" Blogleser
Jedoch schweigt die Mehrheit der Leserschaft. Für wen, für was, wozu sollen Wissenschaftsblogger bloggen, wenn Leser nur spärlich echtes Interesse bekunden, Fragen stellen und Kommentare abgeben? - So, oder so ähnliche Fragen stellen sich auch die bloggenden Altruisten immer wieder.....

Welche "ethischen Grundsätze" für Wissenschaftsblogger?
Vinzenz Schönfelder stellt in seinem Blog bei Brainlogs "Grenzen" gerade die Frage "Was Wissenschaft ausmacht" und zitiert Richard Feynmanns Kriterien.( Don't fool yourself / Der Zweck der Kritik) Angesichts der aktuellen Wissenschaftsfälschungen (Schon wieder gelogen) stellt sich auch für Wissenschaftsblogger erneut die Frage, wie man sich hier positionieren soll.......

Kommentare:

florian hat gesagt…

Also ich antworte mal zum vierten Punkt, der "Bloggerethik". Ich denke, für die Arbeit als Wissenschaftsblogger sollten die gleichen Grundsätze gelten wie für die Arbeit als Wissenschaftler. Ich sehe meine Blogbeiträge prinzipiell genauso als Veröffentlichung wie einen wissenschaftlichen Artikel. Natürlich gibt es große Unterschiede - In meinem Blog werde ich (vermutlich) keine "echte/eigene" Forschung veröffentlichen - dazu ist es das falsche Medium. Aber genausowenig wie ich einem wissenschaftlichen Paper Unwahrheiten schreibe, werde ich das im Blog tun. Das gleich gilt für Quellenangaben usw. Feynmanns Aussage: "The first principle is that you must not fool yourself -- and you are the easiest person to fool. [...] After you've not fooled yourself, it's easy not to fool other scientists. You just have to be honest in a conventional way after that." ist auch aufs Bloggen anwendbar. Natürlich hat man als Blogger ein paar Freiheiten mehr; ein Text muss nicht so minutiös durchkonstruiert werden wie eine wissenschaftliche Veröffentlichung. Aber man darf auch beim Bloggen ruhig vorher nachdenken, was man schreibt ;)

wilbau hat gesagt…

Nun ja ... Wissenschaftsbloggen.

Kurz eine praktische Erfahrung: Macht nicht so viel Spass.

Weil:

Hauptbesucher kommen meist von den Suchmaschinen, sogenannte 'Surfer' :-), die kommen als CopyPaster, holen sich was sie brauchen, hinterlassen keine Kommentare, geben kein Feedback, klicken nicht auf die Werbung.

Andere Blogger wiederum interessieren sich wiederum nicht so sehr für die 'Nische' usw. usw.

Bei diversen Interessen kommt manfrau zum Beispiel bei Stumble Upon schon sehr viel schneller voran (hängt allerdings von den Themengebieten ab).
Da ergeben sich auch Kontakte und die Sache macht Spass.

Trotzdem: Wünsche Dir Erfolg beim Bloggen übers Wissenschafts-Bloggen.

Monika Armand hat gesagt…

@ florian
mir geht es ganz ähnlich ;-))

@ wilbau
Ja, in den USA scheinen die Menschen kommentierfreudiger zu sein. Allerdings erscheint mir auch die Art und Weise wie kommentiert wird, deutlich lockerer zu sein, wie bei uns. Manche schreiben nur kurz eine Rückmeldung, was ich auch schön finde, wenn's nur kurz heißt "prima Beitrag" - "war schon mal besser" oder ähnlich....

nun hätt ich noch gern gewußt was stumbeln ist?? Wie macht man das?
Gruß Monika

florian hat gesagt…

@monika: zur Sache mit den Kommentaren ist mir auch noch was eingefallen. Ich persönlich lese etwa 80% meiner Blogs über einen Feedreader. Und dort kann ich natürlich nicht direkt kommentieren. Die "Hemmschwelle" einen Kommentar zu schreiben ist so natürlich größer, als wenn ich den Blog direkt im Browser offen habe und gleich im Anschluss an das Lesen direkt kommentieren kann. Bei den sehr interessanten Themen geh ich dann natürlich schon aufs Blog und kommentiere was. Aber nicht immer... Vielleicht geht es vielen anderen auch so?
Eine Funktion die ich bei vielen Blogs sehr hilfreich finde, ist die Kommentare über rss-feed zu abbonnieren. So sieht man gleich, wo sich eine interessante Diskussion entwickelt. Leider geht das nicht immer; z.B. ScienceBlogs (auch Scilogs) hat diese Funktion leider nicht (deswegen hab ich auch die Diskussion zu "Weiter klicken bei Ordovizium" verpasst...)

Monika Armand hat gesagt…

Lieber Florian,
Oh ja, mir geht es ähnlich.Wobei ich den Eindruck habe, dass viele, welche selbst bloggen zwar gerne Kommentare empfangen ;-), aber beim selbst kommentieren sowieso lieber zurückhaltend sind. Wie Wilbau schreibt und ich auch schon beobachtet habe, sind die US'ler weit gesprächiger und kommentierfreudiger. Auch geht es in den Kommentaren deutlich lockerer zu. Dort finde ich auch eher mal Rückmeldungen, eben im Sinne "Wow, das ist ein schöner Beitrag" und fertig. Mit solchen Komplimenten (auch wenn dies Blogbesucher denken), wird leider äußerst sparsam umgegangen. Daher habe ich mir angewöhnt, auch "nur" Kommentare in dieser Form zu hinterlassen, wenn mir etwas gut gefallen hat....Da fällt mir ein, ich war schon lange nicht mehr zu Besuch auf Deinem Blog....das werde ich schnellstens nachholen ;-)) LG Monika